Alkoholprävention

Maßnahmen zur Alkoholprävention bei Jugendlichen

Attraktive Alternative zu alkoholischen Getränken

Auch die Festwirte leisten einen wichtigen Beitrag, denn mit dem Eistee bieten sie bei einem Preis von einem Euro (0,2 Liter) ein im Vergleich zu den anderen Getränken sehr günstiges alkoholfreies Angebot.

Verbot der Mitnahme von alkoholischen Getränken auf das Marktgelände

In der Vergangenheit wurde beobachtet, dass sich viele Jugendliche an Tankstellen mit meist hochprozentigen alkoholischen Getränken eindecken und sich anschließend auf dem Marktgelände betrinken. Dieses Verhalten beschert nicht nur vielen Festwirten Einnahmeverluste, insbesondere gefährden die Jugendlichen durch den hohen Alkoholkonsum ihre Gesundheit. Um dem entgegenzuwirken, darf Alkohol an Tankstellen nach 22.00 Uhr nur noch in kleinen Mengen und ausschließlich an Reisende verkauft werden. Zudem ist das Mitbringen von alkoholischen Getränken auf das Marktgelände untersagt . Die Polizei und der von der Stadt eingesetzte Sicherheitsdienst werden verstärkt auf dem Marktgelände und im Umfeld Kontrollen durchführen und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen einleiten.

Aktuelle Daten zum Alkoholkonsum Jugendlicher

Der Alkoholprävention wird beim Erbacher Wiesenmarkt bereits seit 2007 eine besondere Bedeutung beigemessen. Damals waren die Jugendsozialarbeiter Gerhard Müller (Stadt Erbach) und Alexander Carrasco Torres (Schule am Sportpark) mit ihrem in den vergangenen Jahren mehrfach ausgezeichneten Projekt „Gewalt, Scherben, Alkohol“ vor Ort und haben Jugendliche für einen bewussten Umgang mit Alkohol sensibilisiert. Zwei Jahre später wurde auf dem Marktgelände gemeinsam mit den Städten Beerfelden und Michelstadt eine Plakataktion umgesetzt, die auch diesmal vor allem jüngere Festbesucher provokativ auf einen maßvollen Umgang mit alkoholischen Getränken ansprechen sollte. Zudem ist das Mitbringen von alkoholischen Getränken auf das Marktgelände untersagt, und an Tankstellen darf Alkohol nach 22.00 Uhr nur noch in kleinen Mengen und ausschließlich an Reisende verkauft werden. Die Polizei und der von der Stadt eingesetzte Sicherheitsdienst werden verstärkt auf dem Marktgelände und im Umfeld Kontrollen durchführen und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen einleiten. Ergänzend leisten die Ausschankbetriebe einen wichtigen Beitrag, denn mit dem Eistee bieten sie bei einem Preis von einem Euro (0,2 Liter) ein alkoholfreies Getränk an, das im Vergleich zu den anderen Getränken sehr günstig ist. Am Familientag gilt der reduzierte Preis dann sogar für sämtliche alkoholfreien Getränke.

Dass die auf dem Erbacher Wiesenmarkt umgesetzte Alkoholprävention auch über den Odenwald hinaus wahrgenommen wird, zeigte die erneute Präsenz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Bereits in früheren Jahren informierten sogenannte Peers im Rahmen der Jugendkampagne „NA TOLL!“ junge Menschen im Alter von unter 16 Jahren über die gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums. Durch maßgebliche Unterstützung von Horst Weigel, Fachstelle für Suchtprävention im Suchthilfezentrum Odenwaldkreis des DRK, hat sich die BZgA 2012 erneut auf dem größten Odenwälder Volksfest mit der Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“ engagiert.Da gerade bei Freizeitaktivitäten oder im Urlaub Alkohol für viele junge Leute nicht nur dazu gehört, sondern in gefährlichen Mengen von ihnen konsumiert wird, finden die Peer-Einsätze überwiegend in Ferienregionen an der deutschen Nord- und Ostseeküste sowie bundesweit in Jugendherbergen, bei Musikfestivals, Sport-Events und Jugendveranstaltungen statt. Der Wiesenmarkt macht dabei freilich keine Ausnahme.

Mit der Peer-Aktion setzt die BZgA in der Alkoholprävention auf die persönliche Kommunikation mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Mit unseren Peers können wir junge Menschen auf Augenhöhe zum Thema Alkohol ansprechen. Auf diese Weise leisten wir gezielte Aufklärungsarbeit und können sie im direkten Gespräch über die negativen Folgen von riskantem Alkoholkonsum informieren“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Wie wichtig dieses Präventionsangebot ist, zeigt die aktuelle Drogenaffinitätsstudie-Studie der BZgA zum Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Demnach ist der regelmäßige Alkoholkonsum zwar insgesamt rückläufig. Doch von den 12-17-Jährigen geben noch immer 14 Prozent an, regelmäßig (mind. 1 x Woche) alkoholische Getränke zu konsumieren. Weiterhin verbreitet ist zudem das Rauschtrinken: Ca. 15 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren trinken mindestens einmal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es 42 Prozent. „Viele junge Menschen sind sich der gesundheitlichen und sozialen Risiken des Alkoholkonsums gar nicht bewusst. So steigt unter Alkoholeinfluss das Unfallrisiko deutlich und die Gewaltbereitschaft nimmt zu“, so Prof. Dr. Pott. „Es ist wichtig, dass wir junge Menschen mit unseren Peer-Aktionen so früh wie möglich erreichen. Denn wir wissen, je früher mit dem Alkoholkonsum begonnen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für gesundheitliche Schäden und Abhängigkeit.“

Informationen zur Präventionsarbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es unter www.bist-du-staerker-als-alkohol.de oder www.kenn-dein-limit.info.